Funktionen und Folgen Künstlicher Intelligenz
in der Wissenschafts- und Hochschulorganisation
Innovationsanalyse und Transferentwicklung

TAGUNGSBERICHT
ESRA-Tagung über neue Datenmethoden und KI-Einsatz in der Umfrageforschung
20.08.2025, 13:08 | Lesezeit: 4 Min.
Von Alena Klenke
Kurz und gut
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KIWIT-Mitglied Alena Klenke auf der ESRA-Tagung in Utrecht
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Vortrag über den Einsatz von Wearables in der Forschung
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Spannende Sessions zu KI-Anwendungen bei Umfragedesigns
Die Konferenz der European Survey Research Association (ESRA) fand in diesem Jahr an der Utrecht University statt. Sie stand unter dem Motto: „Promises and problems of new and alternative data sources and data formats for survey research. Methodological challenges and substantive conclusions“.
Eröffnet wurde die Tagung mit einer inspirierenden Keynote von Kristen Olson (University of Nebraska–Lincoln) zum Thema „From Mail Surveys to Chatbots: Changes in Survey Modes, Methods, and Data Sources Over Time“. Kristen Olson zeichnete die Entwicklung der Survey-Methoden nach – von klassischen postalischen Befragungen bis hin zu modernen digitalen Formaten – und zeigte auf, welche Chancen und Herausforderungen neue Technologien und Datenquellen für die zukünftige Forschung mit sich bringen.
Gemeinsam mit Maximiliane Reifenscheid (Universität Kassel) durfte ich unsere Studie „Exploring the Feasibility and Acceptance of Measuring Time Use with Wearables Among Parents“ – ein Kooperationsprojekt an den Universitäten Oldenburg und Kassel – in der Session „Data Collection Using Wearable Devices: Challenges and Opportunities“ vorstellen. In einem Mixed-Methods-Design untersuchen wir, wie Wearables genutzt werden können, um Alltagsroutinen und Arbeitsteilung in Familien mit kleinen Kindern präziser zu erfassen, wie Eltern den Einsatz solcher Technologien bewerten und welchen Einfluss Wearables auf die Teilnahmebereitschaft an Studien haben.
Wie funktionieren Wearables? (Erklärvideo der Koordinierungsstelle
Telemedizin Baden-Württemberg am Beispiel Gesundheit/Medizin)

Alena Klenke von der Universität Oldenburg promoviert in der Forschungsgruppe KIWIT über den Einsatz digitaler Methoden in sozialwissenschaftlichen Untersuchungsdesigns.
Weiterlesen: Klaus Mainzer zu KI und Philosophie.
Reinhören: Unser neuer Science Podcast ist online.

Nächste Folge von KInote am 26. September 2025.
Unter Wearables verstehen wir in diesem Zusammenhang kleine elektronische Geräte, die am Körper getragen werden und mit Sensoren ausgestattet sind. Das können beispielsweise RFID-Tags sein, die (face-to-face) Kontakte zwischen Personen aufzeichnen oder auch GPS-Sensoren, die Mobilität erfassen. Bei der Erhebung von Arbeitsteilung im Familienkontext sind einige Herausforderungen zu berücksichtigen, etwa Verzerrungen im Antwortverhalten durch Erinnerungslücken oder durch soziale Erwünschtheit. Vor diesem Hintergrund bilden Wearables als ergänzendes Instrument zu klassischen Forschungsmethoden einen vielversprechenden Untersuchungsgegenstand.
Darüber hinaus bot die Konferenz zahlreiche spannende Sessions zu aktuellen Anwendungen von KI in der Umfrageforschung – von der Fragebogenkonstruktion über die automatisierte Kodierung offener Antworten bis hin zu LLM-generierten synthetischen Befragten. Das Programm hat eindrucksvoll aufgezeigt, welche Möglichkeiten es gibt, KI in den Forschungsprozess zu integrieren und welche Herausforderungen mit dieser Weiterentwicklung verbunden sind.
Über ESRA: ESRA richtet alle zwei Jahre seine Hauptkonferenz aus, um Umfrageforscher:innen, Methodolog:innen und Statistiker:innen aus Europa und darüber hinaus zusammenzubringen. Die Konferenz präsentiert die neuesten Entwicklungen in der Umfrageforschung und bietet zahlreiche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung, darunter Workshops und Auszeichnungen. ESRA verfolgt das Ziel, möglichst inklusiv zu sein, und fördert insbesondere die Teilnahme von Doktorand:innen sowie anderen Nachwuchswissenschaftler:innen.
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Review: 20.08.2025

