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KIWIT Research Class

Research Class unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Kühl, mit den Mitarbeitern Bernd Eckstein und Dennis Düllmann sowie Prof. Dr. Marcel Schütz.

Digitalisierungsprozesse in Organisationen
einordnen und verstehen

Angebot für Forschende und Nachwuchsforschende

  • Viersemestrige Veranstaltung an der Universität Bielefeld

  • Wöchentliche fokussierte Textdiskussion online

  • Regelmäßige Informationen zu Texten und Autor:innen auf dieser Seite

In dieser auf vier Semester angelegten Research Class werden in einem wöchentlichen Rhythmus rund 100 zentrale Texte zum Themenkomplex Organisation und Digitalisierung diskutiert. Die Research Class ist Teil der Bielefeld Graduate School in History and Sociology und eingebunden in die KIWIT-Forschungsgruppe. Aufgrund der Teilnahme von verschiedenen Standorten wird das Seminar online via Zoom durchgeführt. 


Zu jeder Sitzung wird von allen Teilnehmenden ein ausgewählter Text gelesen und gemeinsam diskutiert. Die vorangehende Lektüre ist für eine sinnvolle Teilnahme erforderlich. Man kann flexibel zu all jenen Terminen und Besprechungen erscheinen, die einen interessieren. Das Forschungsseminar richtet sich zunächst an einschlägig forschende Doktorand:innen der Universität Bielefeld sowie der Projektpartner, ist aber auch für interessierte Master-Studierende und fortgeschrittene Bachelor-Studierende, die bereits das Einführungsmodul Organisationssoziologie belegt haben, geöffnet. Weitere externe Forscher:innen anderer Hochschulen sowie themenbezogen Interessierte sind ebenfalls willkommen. Eine Anmeldung mit kurzen Angaben zu Person und Motivation ist erforderlich (siehe Information unten).

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08.12.2025: Fabian Anicker (2023): Sozialisierte Maschinen. Zur gesellschaftlichen Funktion von Künstlicher Intelligenz In: Zeitschrift für theoretische Soziologie 12(1), S. 79–105.

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In  der nächsten Research Class diskutieren wir einen Beitrag von Fabian  Anicker, der die Frage aufwirft, wie das Gesellschaftsphänomen  Künstliche Intelligenz aus dezidiert soziologischer Perspektive  begriffen werden kann. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass das  rapide Entwicklungs- und Verbreitungstempo von KI zwar als  gesellschaftliche Transformation erkannt  wird, die Soziologie jedoch bislang keinen tragfähigen theoretischen  Begriff bereitgestellt hat, um diese Veränderung substanziell  einzuordnen.

Anicker schlägt vor, KI-Systeme als sozialisierte Maschinen zu verstehen – als technische Artefakte, die nicht nur Daten  verarbeiten, sondern funktionsnotwendiges implizites Wissen  inkorporieren und in sozialen Kontexten ersetzen können. Dieser Begriff  ermöglicht es, KI weder als bloße Technologie noch als  quasi-menschliches Subjekt zu fassen, sondern als maschinelle Einheit,  deren Leistungsfähigkeit auf sozial erlernten Strukturen, Mustern und  Erwartungen beruht.

Damit eröffnet der Text eine gesellschaftstheoretische Perspektive auf  die Funktion von KI: Wenn Maschinen implizites Wissen übernehmen,  verschieben sich die Grenzen zwischen menschlicher und maschineller Kompetenz ebenso  wie Kontroll- und Machtverhältnisse in sozialen Systemen. Anicker  zeigt, dass sich nicht allein technische Fähigkeiten verändern, sondern  die Differenzierungsstrukturen der  Gesellschaft selbst betroffen sind – insbesondere dort, wo  Entscheidungen, Expertise oder professionelle Routinen ausgelagert und  rekombiniert werden.


Dr.  Fabian Anicker studierte Sozialwissenschaften in Düsseldorf und  Edinburgh und wurde 2019 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf  mit einer Arbeit zur kommunikativen Rationalität und deliberativen  Demokratie promoviert. Er war von 2015 bis 2022 Redakteur der  Zeitschrift für Theoretische Soziologie und arbeitet seit 2022 im  Projekt „Meinungsmonitor Künstliche Intelligenz“ [MeMo:KI]. Seit 2025 leitet er das DFG-Projekt „Large Language Models als kommunikative Akteure“.

Dauer

Wintersemester 2025/2026 – Wintersemester 2027/2028

Veranstaltungstermin

Montags, 16:15 (via Zoom)


Seminarregeln

  • Wir beginnen pünktlich um 16:15.

  • Die KIWIT-Research Class – geplant für zwei Jahre – findet während des Semesters jeweils montags, 16.15 bis 18.00, online über den gleichen Link statt (erhältlich nach Anmeldung). Die Grundlage bildet immer ein Text, der von allen Teilnehmenden vor dem Termin gelesen worden ist. Ohne die Lektüre des – manchmal schwierigen – Textes sollte keine Teilnahme erfolgen. 

  • Wer das erste Mal anwesend ist, schreibt bitte in die Chat-Funktion ein paar Worte zu sich: Wo bin ich organisatorisch verortet? Was interessiert mich am Thema Digitalisierung (eventuell besonders an Künstlicher Intelligenz)? Mit welchen einschlägigen Projekten bin ich gerade beschäftigt?

  • Es gibt keine systematische Moderation, sondern die Sprecher:innen-Liste entwickelt sich automatisch über die Melde-/Handhebe-Auswahl auf Zoom.

  • Wir empfehlen das Mikrofon ausgeschaltet zu lassen, wenn wir mehr als fünf Personen sind (dies ist regulär der Fall). Sollten wir zu einem Termin sehr viele Teilnehmende haben, planen wir eine Kleingruppenphase von ca. 20 Minuten ein, um den Text vorzudiskutieren. Die Leitfragen bleiben immer gleich: Was überzeugt? Wo bleiben Zweifel? In Kleingruppen empfehlen wir das Mikrofon eingeschaltet zu lassen.

  • Wenn eingeladene Autor:innen der Texte anwesend sind, bitten wir diese, sich die ersten 60 Minuten in der Diskussion zurückzuhalten. Danach gibt es die Möglichkeit  für eine ausführliche Kommentierung der Diskussion.

Anmeldung

Wenn Sie an einer Teilnahme an der Research Class interessiert sind, schreiben Sie bitte (mit ein paar Angaben zur Person) eine E-Mail an Prof. Dr. Stefan Kühl: stefan.kuehl[at]uni-bielefeld.de. Sie werden dann in den Verteiler aufgenommen.

Neues Spezial

Aktueller Text hier.

Reinhören: Unser neuer Science Podcast ist online.

Aktualisiert am 12.03.26/jb

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