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Die KIWIT Research Class

Die KIWIT Research Class mit ihrem Veranstaltungsteam: Prof. Dr. Stefan Kühl, Bernd Eckstein, Dennis Düllmann (UBI) und Prof. Dr. Marcel Schütz (NBS).

Vertiefungsangebot für Nachwuchsforschende und KI-Interessierte

KI und Digitalisierung in Organisationen einordnen und verstehen

  • Viersemestrige Research Class der KIWIT-Gruppe – für Externe geöffnet

  • Wöchentliche Textdiskussion mit ausgewiesenen Autor:innen

  • Fortlaufende Informationen zu Themen und Texten auf dieser Seite

 

In dieser auf vier Semester angelegten Research Class werden in einem wöchentlichen Rhythmus rund 100 zentrale Texte zum Themenkomplex Organisation und Digitalisierung diskutiert. Die Research Class ist Teil der Bielefeld Graduate School in History and Sociology und eingebunden in die KIWIT-Forschungsgruppe. Aufgrund der Teilnahme von verschiedenen Standorten wird das Seminar online via Zoom durchgeführt. 


Zu jeder Sitzung wird von allen Teilnehmenden ein ausgewählter Text gelesen und gemeinsam diskutiert. Die vorangehende Lektüre ist für eine sinnvolle Teilnahme erforderlich. Man kann flexibel zu all jenen Terminen und Besprechungen erscheinen, die einen interessieren. Das Forschungsseminar richtet sich zunächst an einschlägig forschende Doktorand:innen der Universität Bielefeld sowie der Projektpartner, ist aber auch für interessierte Master-Studierende und fortgeschrittene Bachelor-Studierende, die bereits das Einführungsmodul Organisationssoziologie belegt haben, geöffnet. Weitere externe Forscher:innen anderer Hochschulen sowie themenbezogen Interessierte sind ebenfalls willkommen. Eine Anmeldung mit kurzen Angaben zu Person und Motivation ist erforderlich (siehe Information unten).

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04.05.2026: Elena Esposito (2023): Does Explainability Require Transparency? Sociologica 16(3) und (2021): Transparency versus explanation: The role of ambiguity in legal AI. Journal of Cross-Disciplinary Research in Computational Law 1(2).

Galerie |  klicken/schieben​​​

In der Research Class am 04.05.2026 diskutieren wir einen Beitrag der Soziologin Elena Esposito, der eine der zentralen Debatten der KI-Forschung neu bewertet: das Verhältnis von Transparenz und Erklärbarkeit. Ausgangspunkt ist das Dilemma, dass moderne Algorithmen zwar immer leistungsfähiger werden, gleichzeitig aber als „Black Boxes“  undurchsichtig bleiben. Esposito hinterfragt die gängige Forderung, dass Erklärbarkeit zwingend die Offenlegung technischer Prozesse, also Transparenz, erfordern müsse.


Unter Rückgriff auf die Systemtheorie Niklas Luhmanns schlägt Esposito vor, Erklärungen nicht als die Enthüllung interner Abläufe, sondern als sozialen Kommunikationsprozess zu verstehen. So wie Menschen in Gesprächen nicht ihre neuronalen Prozesse offenlegen, sondern Gründe liefern, die für das Gegenüber anschlussfähig sind, können auch KI-Erklärungen als kommunikative Rekonstruktionen begriffen werden. Dieser Ansatz ermöglicht es, Erklärbarkeit (Explainability) von der technischen Durchsichtigkeit (Transparency) zu entkoppeln.


Damit eröffnet der Text eine eigene Perspektive auf das Design von KI: Wenn Erklärungen eigenständige kommunikative Leistungen sind, verschiebt sich der Fokus von der technischen Analyse des Quellcodes hin zur Frage, wie Maschinen so „sozialisiert“ werden können, dass ihr Handeln für Menschen verstehbar bleibt. Esposito zeigt, dass die Leistungsfähigkeit von KI gerade in ihrer Opazität liegen kann und dass wir lernen müssen, mit „untransparenten“ Partnern sinnvoll zu kommunizieren.


Elena Esposito studierte Politikwissenschaften, Philosophie und Soziologie bei Umberto Eco und Niklas Luhmann an den Universitäten Bologna und Bielefeld, wo sie seit 2016 Professuren innehat. Sie erforscht u.a. die Berechenbarkeit der  Zukunft am Beispiel Künstlicher Intelligenz und algorithmischer  Vorhersagen. An der Universität Bielefeld läuft derzeit ihr  umfangreiches EU-gefördertes „Projekt The Social Consequences of Algorithmic Forecast in Insurance, Medicine and Policing. Derzeit nimmt sie ein Fellowship an der Stanford University wahr.  


Dauer

Wintersemester 2025/2026 – Wintersemester 2027/2028

Veranstaltungstermin

Montags, 18:15 (via Zoom)


Seminarregeln

  • Wir beginnen pünktlich um 18:15.

  • Die KIWIT-Research Class – geplant für zwei Jahre – findet während des Semesters jeweils montags, 18:15 bis 20:00, online über den gleichen Link statt (erhältlich nach Anmeldung). Die Grundlage bildet immer ein Text, der von allen Teilnehmenden vor dem Termin gelesen worden ist. Ohne die Lektüre des – manchmal schwierigen – Textes sollte keine Teilnahme erfolgen. 

  • Wer das erste Mal anwesend ist, schreibt bitte in die Chat-Funktion ein paar Worte zu sich: Wo bin ich organisatorisch verortet? Was interessiert mich am Thema Digitalisierung (eventuell besonders an Künstlicher Intelligenz)? Mit welchen einschlägigen Projekten bin ich gerade beschäftigt?

  • Es gibt keine systematische Moderation, sondern die Sprecher:innen-Liste entwickelt sich automatisch über die Melde-/Handhebe-Auswahl auf Zoom.

  • Wir empfehlen das Mikrofon ausgeschaltet zu lassen, wenn wir mehr als fünf Personen sind (dies ist regulär der Fall). Sollten wir zu einem Termin sehr viele Teilnehmende haben, planen wir eine Kleingruppenphase von ca. 20 Minuten ein, um den Text vorzudiskutieren. Die Leitfragen bleiben immer gleich: Was überzeugt? Wo bleiben Zweifel? In Kleingruppen empfehlen wir das Mikrofon eingeschaltet zu lassen.

  • Wenn eingeladene Autor:innen der Texte anwesend sind, bitten wir diese, sich die ersten 60 Minuten in der Diskussion zurückzuhalten. Danach gibt es die Möglichkeit  für eine ausführliche Kommentierung der Diskussion.

Anmeldung

Wenn Sie an einer Teilnahme an der Research Class interessiert sind, schreiben Sie bitte (mit ein paar Angaben zur Person) eine E-Mail an Prof. Dr. Stefan Kühl: stefan.kuehl[at]uni-bielefeld.de. Sie werden dann in den Verteiler aufgenommen.

Aktueller Text hier (Bild anklicken)

Reinhören: Unser neuer Science Podcast ist online.

Aktualisiert am: 29.04.26/jb

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