Funktionen und Folgen Künstlicher Intelligenz
in der Wissenschafts- und Hochschulorganisation
Innovationsanalyse und Transferentwicklung

Research Class unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Kühl, mit den Mitarbeitern Bernd Eckstein und Dennis Düllmann sowie Prof. Dr. Marcel Schütz.
Digitalisierungsprozesse in Organisationen
einordnen und verstehen
Angebot für Forschende und Nachwuchsforschende
-
Viersemestrige Veranstaltung an der Universität Bielefeld
-
Wöchentliche fokussierte Textdiskussion online
-
Regelmäßige Informationen zu Texten und Autor:innen auf dieser Seite
In dieser auf vier Semester angelegten Research Class werden in einem wöchentlichen Rhythmus rund 100 zentrale Texte zum Themenkomplex Organisation und Digitalisierung diskutiert. Die Research Class ist Teil der Bielefeld Graduate School in History and Sociology und eingebunden in die KIWIT-Forschungsgruppe. Aufgrund der Teilnahme von verschiedenen Standorten wird das Seminar online via Zoom durchgeführt.
Zu jeder Sitzung wird von allen Teilnehmenden ein ausgewählter Text gelesen und gemeinsam diskutiert. Die vorangehende Lektüre ist für eine sinnvolle Teilnahme erforderlich. Man kann flexibel zu all jenen Terminen und Besprechungen erscheinen, die einen interessieren. Das Forschungsseminar richtet sich zunächst an einschlägig forschende Doktorand:innen der Universität Bielefeld sowie der Projektpartner, ist aber auch für interessierte Master-Studierende und fortgeschrittene Bachelor-Studierende, die bereits das Einführungsmodul Organisationssoziologie belegt haben, geöffnet. Weitere externe Forscher:innen anderer Hochschulen sowie themenbezogen Interessierte sind ebenfalls willkommen. Eine Anmeldung mit kurzen Angaben zu Person und Motivation ist erforderlich (siehe Information unten).
10.11.2025: Besio, Cristina; Fedtke, Cornelia; Grothe-Hammer, Michael; Karafillidis, Athanasios; Pronzini, Andrea (2021): Verantwortungsvolle Maschinen ohne Verantwortlichkeit? Datenintensive Algorithmen in Organisationen.
Galerie | klicken/schieben

Cristina Besio forscht zu Organisationssoziologie, Wissenschaft und Systemtheorie. Bild: HSU

Cornelia Fedtke Bild: HSU

Cristina Besio forscht zu Organisationssoziologie, Wissenschaft und Systemtheorie. Bild: HSU
Datenintensive Algorithmen übernehmen zunehmend Verantwortung in Organisationen. In der nächsten Research Class geht es anhand einer Arbeit von Cristina Besio und Kolleg:innen darum, inwiefern Algorithmen Verantwortung, aber keine Verantwortlichkeit für Fehler übernehmen. Es stellt sich die Frage, wer für Fehler verantwortlich sein soll, etwa wenn Algorithmen diskriminieren. Bleiben Menschen die Urheber oder sind „intelligente“ Maschinen in der Lage, eigenständig in Kommunikation einzugreifen? Worin unterscheiden sich Verantwortung und Verantwortlichkeit?
Auf Basis von Arbeiten Niklas Luhmann wird eine Unterscheidung der beiden Begriffe formuliert, um Veränderungen und Kontinuitäten des Organisierens zu analysieren, die mit dem Einsatz datenintensiver Algorithmen verbunden sind. Es wird aufgezeigt, dass Algorithmen in organisationalen Entscheidungsprozessen Unsicherheit absorbieren und somit durchaus Verantwortung übernehmen, während die Zuschreibung von Verantwortlichkeit hochgradig kontrovers wird. Daraus entstehen Diskrepanzen zwischen Verantwortung und Verantwortlichkeit, die insbesondere für das organisationsinterne Vertrauen und die Innovationsfähigkeit von Organisationen Folgen haben.
Cristina Besio ist Professorin für Soziologie mit Schwerpunkt Organisationssoziologie an der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der Organisations- und Wissenschaftsforschung sowie der Systemtheorie, insbesondere mit Blick auf Ethik, Verantwortung und Digitalisierung. Cornelia Fedtke forscht an derselben Universität. Michael Grothe-Hammer lehrt an der Norwegian University of Science and Technology. In seiner Forschung verbindet er Organisationstheorie und Systemtheorie. Athanasios Karafillidis ist Soziologe und derzeit KI-Manager der Stadt Dortmund. Als Privatdozent lehrt er zur digitalen Transformation. Andrea Pronzini ist am Centro formazione di polizia in der Schweiz tätig.
Einige Konzepte für diesen Artikel wurden im Forschungsprojekt LEAD.Bw „Führungskulturen im digitalen Zeitalter – Der Fall der Bundeswehr“ im Zentrum für Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr, entwickelt.
Wir freuen uns, mit diesem Beitrag eine zentrale systemtheoretische Perspektive auf den gegenwärtigen Diskurs über Algorithmen diskutieren zu können, die herausstellt, dass Verantwortung in Organisationen nicht in maschinelle Strukturen verschwindet – sondern sich im Zusammenspiel von Mensch und Maschine neu formiert.
Dauer
Wintersemester 2025/2026 – Wintersemester 2027/2028
Veranstaltungstermin
Montags, 18:15 (via Zoom)
Seminarregeln
-
Wir beginnen pünktlich um 18:15.
-
Die KIWIT-Research Class – geplant für zwei Jahre – findet während des Semesters jeweils montags, 18:15 bis 20:00, online über den gleichen Link statt (erhältlich nach Anmeldung). Die Grundlage bildet immer ein Text, der von allen Teilnehmenden vor dem Termin gelesen worden ist. Ohne die Lektüre des – manchmal schwierigen – Textes sollte keine Teilnahme erfolgen.
-
Wer das erste Mal anwesend ist, schreibt bitte in die Chat-Funktion ein paar Worte zu sich: Wo bin ich organisatorisch verortet? Was interessiert mich am Thema Digitalisierung (eventuell besonders an Künstlicher Intelligenz)? Mit welchen einschlägigen Projekten bin ich gerade beschäftigt?
-
Es gibt keine systematische Moderation, sondern die Sprecher:innen-Liste entwickelt sich automatisch über die Melde-/Handhebe-Auswahl auf Zoom.
-
Wir empfehlen das Mikrofon ausgeschaltet zu lassen, wenn wir mehr als fünf Personen sind (dies ist regulär der Fall). Sollten wir zu einem Termin sehr viele Teilnehmende haben, planen wir eine Kleingruppenphase von ca. 20 Minuten ein, um den Text vorzudiskutieren. Die Leitfragen bleiben immer gleich: Was überzeugt? Wo bleiben Zweifel? In Kleingruppen empfehlen wir das Mikrofon eingeschaltet zu lassen.
-
Wenn eingeladene Autor:innen der Texte anwesend sind, bitten wir diese, sich die ersten 60 Minuten in der Diskussion zurückzuhalten. Danach gibt es die Möglichkeit für eine ausführliche Kommentierung der Diskussion.
Anmeldung
Wenn Sie an einer Teilnahme an der Research Class interessiert sind, schreiben Sie bitte (mit ein paar Angaben zur Person) eine E-Mail an Prof. Dr. Stefan Kühl: stefan.kuehl[at]uni-bielefeld.de. Sie werden dann in den Verteiler aufgenommen.
Neues Spezial
Aktualisiert am 12.03.26/jb



